Nach Özil-Rücktritt: Studie zeigt, wo Integration von Deutschtürken misslingt

Josh Groeneveld
Türkischstämmige Deutsche im Juni 2016 bei einer Demonstration für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. 

“Ich wurde in Deutschland geboren und ausgebildet, also warum akzeptieren die Leute nicht, dass ich Deutscher bin?”, fragt Mesut Özil in seiner Rücktrittserklärung aus der deutschen Nationalmannschaft. 

Özil vermutet als Antwort: Weil er eben eine Familie mit türkischen Wurzeln habe. Weil er auch mit der Türkei ein Heimatgefühl verbinde. Weil er eben als Deutschtürke gesehen werde. 

“In den Augen von [DFB-Präsident Reinhard] Grindel und seinen Helfern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, und ein Immigrant, wenn wir verlieren”, schreibt Özil. 

Ein schwerer Vorwurf, den der DFB in einer Erklärung entschieden abstreitet

Aber einer, der sich im gesamtgesellschaftlichen Kontext laut einer Studie des Zentrums für Türkeistudien auch in der Gedankenwelt vieler türkischstämmiger Zuwanderer wiederfindet. 

Seit 2010 steige in NRW die Zahl derjenigen unter ihnen, die sich eher der Türkei denn Deutschland verbunden fühlen würden, sagte Studien-Autor Haci-Halil Uslucan am Montag bei der Vorstellung des Berichts. 

Für die aktuelle Studie wurden im vergangenen Jahr nun erstmals nicht nur 1000 türkischstämmige Zuwanderer in Nordrhein-Westfalen, sondern auch 1000 weitere bundesweit.

Die genauen Zahlen – und ihre Hintergründe – auf den Punkt gebracht. 

1. Türkei oder Deutschland? Heimatliche Verbundenheit und Zugehörigkeitsgefühl 

Welchem Land fühlen sich türkischstämmige Zuwanderer in die Bundesrepublik zugehörig – Deutschland oder der Türkei? Das Ergebnis ist eindeutig:

► 61,1 Prozent der bundesweit Befragten fühlen eine “sehr starke” Zugehörigkeit zur Türkei. 27,7 fühlen zudem eine “eher starke” Zugehörigkeit zu ihrem Herkunftsland. 

► Allerdings ist das Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland nicht gering. 37,5 Prozent fühlen eine “sehr starke” Zugehörigkeit, 43,3 Prozent eine “eher starke”. 

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