Özdemir verlangt von Bundesregierung mehr Druck auf Ankara

Der ehemalige Grünen-Chef Cem Özdemir hat die Bundesregierung zu einer härteren Gangart gegenüber der Türkei aufgefordert. Deutschland müsse Rüstungsexporte in die Türkei stoppen und auch andere Rüstungsgeschäfte wie den Bau einer Rheinmetall-Panzerfabrik in der Türkei verbieten, sagte Özdemir in der "Nordwest-Zeitung" am Mittwoch.

"Mit der AKP-Regierung trinkt man nicht gemütlich Tee, mit denen redet man Klartext", kritisierte Özdemir ein Jahr nach der Festnahme des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. "Das einzige, was der Bundesregierung zum Fall Deniz Yücel einfällt, ist schmutzige Waffendeals mit Ankara zu schmieden ? und dies gegen den erklärten Willen des Weltjournalisten", sagte er der Zeitung.

Die Türkei sei kein verlässlicher Partner, an den weiter Waffen geliefert werden könnten, sagte Özdemir weiter. "Das ist auch mit den Werten der Nato nicht vereinbar. Frau Merkel sollte hier sehr deutliche Worte gegen den türkischen Ministerpräsidenten finden."

Am Donnerstag empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim. Bei dem Treffen im Kanzleramt wollen sich Merkel und Yildirim über die deutsch-türkischen Beziehungen und aktuelle internationale Themen austauschen. Die Inhaftierung Yücels belastet seit Monaten die deutsch-türkischen Beziehungen und dürfte auch bei dem Treffen Thema sein.