Österreichs Stahlriese Voestalpine fürchtet Überangebot wegen Trump-Strafzöllen


Die Entscheidung von US-Präsident Donald auf Stahlimporte einen Strafzoll von 25 Prozent zu verhängen, versetzt den Stahlkonzern Voestalpine in Alarmbereitschaft. Den österreichischen Stahlriese treibt die Sorge um, dass die ursprünglich für die USA gedachten Stahlexporte künftig nach Europa umgeleitet werden und so mit dem Überangebot die Preise drücken könnten.

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder ruft deshalb die Europäische Union zum Handeln auf. „Die EU wird sich in diesem Zusammenhang vor allem mit der Frage befassen müssen, welche Maßnahmen und Instrumente notwendig sind, um eine unangemessene Umleitung globaler Handelsströme nach Europa zu verhindern“, sagt der langjährige CEO am Freitag.

Der europäische Stahlverband (Eurofer) hat das Vorgehen Trump gegen Stahlimporte bereits scharf kritisiert. „Die Entscheidung bezieht unberechtigterweise EU-Produzenten ein, die stark unter dem Verlust eines ihrer größten Exportmärkte leiden werden“, sagte Eurofer-Generaldirektor Axel Eggert. „Wir begrüßen die Ankündigung der EU-Kommission, dass sie sofort reagiert um die Industrie zu verteidigen“, sagte der Interessensvertreter in Brüssel.


Auch der österreichische Aluminiumkonzern AMAG ist alarmiert. Auch wenn Aluminium künftig in den USA mit nur zehn Prozent Strafzoll belastet wird, werden die Auswirkungen schnell spürbar. „Die USA sind seit vielen Jahren ein wichtiger Absatzmarkt für unsere Produkte. Wir haben die Entscheidung der US-Administration zur Kenntnis zu nehmen, welche sich auf das diesjährige Geschäftsergebnis der AMAG aus heutiger Sicht im mittleren einstelligen Millionen Euro Bereich auswirken wird“, sagte Helmut Wieser, CEO der AMAG, am Freitag. Die AMAG erwartet in diesem Jahr einen Absatz von rund 35.000 Tonnen Alu-Walzprodukte in den USA.

Die Aktie der Voestalpine, ein Schwergewicht an der Wiener Börse gab am Freitagnachmittag um 1,1 Prozent auf 45 Euro nach. Das Papier der AMAG stagnierte bei 51 Euro.

Trump hatte am Donnerstag verkündet, dass alle Stahlimporte in die Vereinigten Staaten mit einen 25-prozentigen Strafzölle versehen werden. Aluminium erhält mit zehn Prozent Strafzoll. Ausnahmen sind Importe aus den beiden Nafta-Ländern Kanada und Mexiko. Weitere Ausnahmen mit befreundeten Staaten könnten folgen.