Österreichs Kanzler will noch härteren Asyl-Kurs und lobt Minister Seehofer

Susanne Klaiber

► Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat nach 100 Tagen im Amt eine noch rigidere Flüchtlingspolitik als bisher angekündigt. Er sagte der Deutschen Presseagentur: “Wir wollen eine striktere Asyl- und Migrationspolitik durchsetzen, um illegale Migration nach Österreich weiter zu reduzieren und mehr Sicherheit zu schaffen.”

► Kurz will außerdem Asylzentren außerhalb Europas. Als Beispiel nannte er Australien, das solche Zentren auf kleinen Inseln eingerichtet habe. Das bisherige Vorgehen Europas habe zu tausenden Toten im Mittelmeer und wohl noch mehr Toten in den Wüsten auf dem Weg in Richtung Europa. Dies sei “alles andere als ein menschliches Modell.”

► Kurz begrüßte die Ernennung Horst Seehofers (CSU) zum Bundesinnenminister. “Die Haltung Deutschlands ist heute anders als im Jahr 2015. Das ist gut so.“

Darum sind die Aussagen wichtig:

Die Asylpolitik des österreichischen Kanzlers gilt ohnehin schon als strikt, sein Kurs als massiv populistisch. Zuletzt hatte er sogar eine Messerattacke auf eine Familie in Wien für seine Zwecke ausgeschlachtet.

Für Seehofer kommt die Rückendeckung zu einem günstigen Zeitpunkt. Der Innenminister steht in Deutschland wegen in der Kritik, weil er die Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehöre, erneut losgetreten hatte.

Das müsst ihr noch wissen:

Kurz und seine ÖVP regieren zusammen mit der rechtspopulistischen FPÖ. Letztere war nach der Wahl immer wieder mit antisemitischen oder rassistischen Vorfällen auffällig geworden.

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