Österreichs Industrie rechnet mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit

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WIEN (dpa-AFX) - Österreichs Industrie rechnet aufgrund der Corona-Krise mittelfristig mit hoher Arbeitslosigkeit. "Es wird vier bis fünf Jahre dauern, bis wir bei der Arbeitslosigkeit wieder dort stehen, wo wir vor Corona waren", sagte der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, am Dienstag in Wien. Die Arbeitslosigkeit hat im April mit einer Quote von 12,8 Prozent in Österreich ein Rekordniveau erreicht. Entscheidend sei es, bald die Grenzen wieder zu öffnen, forderte Kapsch. Ohne einen solchen Schritt und ein Wiederanspringen der deutschen Konjunktur würde es für Österreich schwierig, sagte Kapsch dem Verband der Auslandspresse in Wien.

Kapsch kritisierte den Shutdown zur Eindämmung des Coronavirus scharf. "Das ist kein Killer-Virus", sagte er. Ein erneutes Lahmlegen der Wirtschaft bei einer etwaigen zweiten Welle wäre eine Katastrophe. "Einen zweiten Shutdown verkraftet niemand", sagte Kapsch. Das gelte nicht nur für Handel und Industrie, sondern für die Gesellschaft insgesamt. Das verbreitete Würdigen des Gemeinschaftssinns sei eine Fehlinterpretation. "Die Solidarität ist eine scheinbare Solidarität, die durch Angst erzwungen wurde."