Bawag kauft Depfa ein Jahrzehnt nach Kollaps der Hypo Real

Boris Groendahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die österreichische Bank Bawag Group AG, seit Jahren auf der Suche nach Zukäufen in Deutschland, erwirbt mehr als ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Hypo Real Estate Holding AG deren einstige Tochter Depfa Bank Plc.

Die bundeseigene Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement und die Bawag haben sich auf den Verkauf geeinigt, teilten beide Institute am Montag mit. Die Bawag zahlt über 320 Million Euro für die Depfa, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person, ihr größter Deal seit der Südwestbank AG, welche die Wiener 2017 gekauft hatten. Bawag und FMS wollten zum Kaufpreis nichts sagen.

“Die Übernahme der Depfa stellt eine attraktive und kapitalerhöhende Investitionsmöglichkeit dar,” sagte Bawag-Chef Anas Abuzaakouk in der Mitteilung. Man sichere sich “hochwertige Vermögenswerte mit geringem Risiko” und könne so seine wenig gehebelte Bilanz nutzen.

Die frühere Gewerkschaftsbank hatte seit ihrem Börsengang 2017 stets nach Übernahmezielen im deutschsprachigen Raum Ausschau gehalten, angesichts fehlender Opportunitäten jedoch bereits angefangen, Kapital an ihre Aktionäre auszuzahlen. Letzte Woche meldete die Bawag, dass derzeit 360 Million Euro Überschusskapital für Zukäufe zur Verfügung stünden. Bloomberg hatte letzte Woche berichtet, dass die Bawag die Bieterliste für die Depfa anführe.

Depfa war die irische Tochter der Hypo Real Estate, die sie 2007 für mehr als 5 Milliarden Euro übernommen hatte. Als die Finanzkrise 2008 über die Bank hereinbrach, war die Depfa nicht mehr in der Lage, sich kurzfristige Finanzmittel zu beschaffen, was die Hypo Real Estate zu einer Rettungsaktion zwang.

Deutschland hatte frühere Verkaufsversuche für die Depfa 2014 abgebrochen und stattdessen beschlossen, das Geschäft abzuwickeln. Ende Juni letzten Jahres hatte die Bank nach jahrelangem Abbau noch eine Bilanzsumme von 6,9 Milliarden Euro, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Das Eigenkapital lag zum 30. Juni bei 789 Millionen Euro und die Kernkapitalquote bei rund 153%.

Die FMS wurde bei der Transaktion von Barclays Plc beraten.

(Neu: Kreise zum Verkaufspreis im zweiten, Berater im letzten Absatz.)

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