Österreich im Schock nach Terroranschlag im Zusammenhang mit IS

Boris Groendahl und Alexander Kell
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Nach tödlichen Schüssen eines Anhängers des Islamischen Staats in der Wiener Innenstadt hat die österreichische Polizei am Dienstagmorgen einige Festnahmen gemacht. Die Anschläge an sechs verschiedenen Orten am Montagabend forderten laut APA mindestens vier Todesopfer. 17 weitere wurden verletzt.

Nach Angaben von Innenminister Karl Nehammer gab es mehrere Durchsuchungen und Personen, die in Verbindung mit dem Attentäter standen, wurden in Gewahrsam genommen. Ob der Schütze allein handelte, ist bislang unklar. Nehammer erklärte gegenüber der APA, der mutmaßliche Täter war 20 Jahre alt und hatte nordmazedonische Wurzeln. Er war einschlägig wegen Mitgliedschaft in einer terroristischer Vereinigung vorbestraft.

Die Einwohner Wiens wurden aufgefordert, das Haus nach Möglichkeit nicht zu verlassen und von zu Hause aus zu arbeiten. Für den heutigen Dienstag wurde die Schulpflicht ausgesetzt.

Der Angriff sei ein Versuch, “die demokratische Gesellschaft zu schwächen oder auseinanderzubringen”, sagte Nehammer. “Das lassen wir uns auf keinen Fall und in keiner Weise von wem auch immer gefallen, es wird Konsequenzen geben.”

Österreich war bisher von schweren tödlichen Terroranschlägen verschont geblieben, wie sie Frankreich, Spanien oder Deutschland in den letzten Jahrzehnten getroffen haben. In einer Kirche in Nizza an der französischen Côte d’Azur tötete letzte Woche ein Dschihadist drei Menschen. Ein Lehrer in Paris wurde enthauptet, nachdem er Studierenden während einer Diskussion über die Meinungsfreiheit Cartoons über den Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Rund ein Drittel der Einwohner Wiens haben einen Migrationshintergrund. In diesem Jahr gab es in Österreichs Hauptstadt Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Organisationen. Vandalismus in einer Kirche vergangene Woche wurde islamischen Aktivisten angelastet.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach den Opfern, Verletzten und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Um 11:30 Uhr wird er sich an die Nation wenden. “Wir werden uns durch Terrorismus niemals einschüchtern lassen und diese Angriffe mit allen Mitteln entschieden bekämpfen”, so Kurz.

Ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums bat die Bevölkerung, die Wiener Innenstadt zu meiden und auch im Rest der Hauptstadt “das Haus nur wenn unbedingt notwendig zu verlassen”. Wenn irgend möglich sei am heutigen Dienstag Home Office zu bevorzugen. “Begeben Sie sich nicht in den öffentlichen Raum und bleiben Sie zu Hause, dort sind Sie jedenfalls am sichersten”, so der Sprecher.

Deutschlands Kanzlerin verurteilte den Anschlag scharf und sprach ihre Anteilnahme aus. Der islamistische Terror sei „unser gemeinsamer Feind“, erklärte Angela Merkel.

Überschrift des Artikels im Original:Austria in Shock After Vienna Shootings Linked to Islamic State

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