Österreich betont gemeinsame Linie mit Deutschland bei Gasspeichern

HAIDACH (dpa-AFX) - Österreichs Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat die gemeinsame Verantwortung von Deutschland und Österreich bei der Speicherung von Gas betont. "Wir haben uns immer gut mit Deutschland abgestimmt", so die Ministerin am Montag mit Blick auf den auch für Deutschland wichtigen Speicher Haidach in Österreich. Das Land habe schon länger beschlossen, dass der unterirdische Speicher bei Salzburg, der bisher nur an das deutsche Leitungsnetz angeschlossen war, möglichst bald auch mit dem österreichischen Netz zu verbinden sei. "Das heißt aber nicht, dass das eine Land dem anderen Land Gas wegnehmen will", sagte die Gas-Expertin der Regulierungsbehörde E-Control, Carola Millgramm.

Deutschland und Österreich hatten jüngst bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ein Rahmenpapier unterzeichnet, das die Zusammenarbeit in Sachen Energiesicherheit vorantreiben soll.

Österreich hat große unterirdische Erdgasspeicher. Mit 95 Terawattstunden kann in den ehemaligen Erdgasförderstätten die für ein Jahr benötigte Gasmenge gespeichert werden. Die deutschen Gasspeicher reichen nur für ein Viertel der benötigten Jahresmenge. Der starke Ausbau der Speicherkapazitäten seit 2007 erfolgte nach Angaben von E-Control wegen der Nachfrage von ausländischen Unternehmen wie Gazprom <US3682872078> nach zusätzlichen Speicherkapazitäten in Europa.

"Der Speicher Haidach wurden auf Initiative Moskaus Mitte der 2000er Jahre ausgebaut", sagte Millgramm. Damals war der Transport durch die Ukraine eine wesentlichen Route für russisches Gas. Aufgrund von wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen der Ukraine und Russland war der Transit aber nicht immer gesichert. Tatsächlich kam es in den Jahren darauf mehrfach zu Unterbrechungen, die durch die Entnahme aus dem Speicher Haidach aufgefangen werden konnten. Der Speicher Haidach wurde von Gazprom laut E-Control 2019 noch zu 100 Prozent befüllt.

Aktuell ist der größte Teil des Speichers Haidach leer, weil er noch unter russischer Kontrolle ist. Inzwischen läuft aber der Prozess in Deutschland und Österreich, an dessen Ende andere Speicherkunden demnächst den Speicher befüllen können.

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