Ölteppiche nach Untergang von Tanker "Sanchi" haben sich verdreifacht

Brennende "Sanchi" vor dem Untergang

Eine Woche nach dem Untergang des iranischen Tankers "Sanchi" vor der chinesischen Küste wird das Ausmaß der Verschmutzung von Tag zu Tag deutlicher: Die Größe der Ölteppiche hat sich nach Behördenangaben inzwischen mehr als verdreifacht. Die drei Ölteppiche hätten zusammengenommen eine Größe von 332 Quadratkilometern, teilte die chinesische Meeresbehörde am Sonntagabend mit. Das entspricht etwa dem Stadtgebiet von Dresden.

Die "Sanchi" war am 6. Januar auf hoher See im Ostchinesischen Meer mit einem chinesischen Frachter zusammengestoßen und sofort in Brand geraten. Nach mehreren Explosionen sank der Tanker am 14. Januar.

Die "Sanchi" hatte nach neueren Angaben 111.000 Tonnen Ölkondensat - ein besonders hochwertiges Leichtöl - und bis zu tausend Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Das Schiff sank, bevor die Ladung komplett verbrannt war.

Das Ölkondensat bildet keine typischen Ölteppiche an der Meeresoberfläche, wie sie bei Tankerunglücken oftmals zu beobachten sind. Die Substanz ist aber für Meereslebewesen hochgiftig und nur sehr schwer vom Wasser zu trennen. Am Mittwoch hatten die Behörden die Gesamtfläche des von dem ausgelaufenen Öl verschmutzten Seegebiets noch mit 101 Quadratkilometern angegeben.

Bei der Katastrophe waren vermutlich alle 32 Besatzungsmitglieder - 30 Iraner und zwei Bangladescher - ums Leben gekommen. Bislang wurden nur die Leichen von drei Besatzungsmitgliedern gefunden. Die "Sanchi" liegt laut dem chinesischen Verkehrsministerium in 115 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund.

Experten schätzen die Gefahr für Küstenregionen als vergleichsweise gering ein. Doch Meereslebewesen seien durch die Verschmutzung bereits in Mitleidenschaft gezogen, sagte Liu Hongbin von der Ocean University of China. Um das ganze Ausmaß des Unglücks zu erfassen, müsse die Entwicklung der Lage weiter beobachtet werden.