Ölpreise steigen wegen Produktionsausfall weiter

Politische Unruhen und Spekulationen über Lieferausfälle im wichtigen Förderland Iran treiben den Ölpreis in die Höhe. Am Dienstag stieg er auf ein Zweieinhalbjahres-Hoch. Am Vormittag lag er bei 67,29 Dollar je Barrel.


Die Ölpreise sind am Donnerstag leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Februar 66,62 US-Dollar. Das waren 18 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 15 Cent auf 59,79 Dollar.

Kurz vor dem Jahreswechsel ist ein Produktionsausfall im wichtigen Förderland Libyen das beherrschende Thema am Ölmarkt. Nach einem Bombenanschlag auf eine wichtige Pipeline sind die Öllieferungen des nordafrikanischen Krisenstaates nach Einschätzung von Experten unter die Marke von einer Million Barrel pro Tag gefallen. Laut Medienberichten wird die Reparatur der Pipeline etwa eine Woche dauern.


Die zerstörte Pipeline gehört Waha Oil, einer Tochterfirma der Nationalen Ölgesellschaft (NOC). Die NOC teilte mit, dass mit einem Produktionsausfall von 70.000 bis 100.000 Barrel pro Tag zu rechnen ist. Der Verkauf von Öl ist die Haupteinnahmequelle für das vom Bürgerkrieg zerrissene Libyen. Im Sommer war die Förderung mit mehr als einer Million Barrel pro Tag auf den höchsten Stand seit etwa vier Jahren angestiegen. Das Geschäft mit dem Rohstoff unterliegt dabei alleine der NOC. Auch deutsche Firmen fördern den Rohstoff in dem nordafrikanischen Staat.

Außerdem werden die Ölpreise durch einen Rückgang der Ölreserven in den USA gestützt. Am Vorabend wurde gemeldet, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) den Rückgang der Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche auf 5,96 Millionen Barrel beziffert. Am Nachmittag stehen die offiziellen Daten der US-Regierung zu den Ölreserven auf dem Programm. Sie dürften am Ölmarkt für neue Impulse sorgen.

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.