Ölpreise steigen wegen Dollar-Schwäche auf höchsten Stand seit Ende 2014

dpa-AFX

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag beflügelt durch einen fortgesetzten Kursverfall beim US-Dollar an ihren Höhenflug angeknüpft. Während Nordseeöl erstmals seit Ende 2014 mehr als 71 US-Dollar kostete, stieg der Preis für US-Rohöl erstmals seit rund drei Jahren über 66 Dollar. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete zwischenzeitlich bis zu 71,28 US-Dollar und lag am Abend bei 70,95 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg bis auf 66,66 Dollar und lag zuletzt noch bei 66,13 Dollar.

Die Höchststände seit über drei Jahren erreichten die Ölpreise während einer Pressekonferenz mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) anlässlich der aktuellen Zinsentscheidung. Mario Draghi hatte die jüngsten Kursbewegungen beim Euro als Quelle der Unsicherheit bezeichnet. Im Anschluss bekam der Eurokurs kräftig Auftrieb, was auch die Ölpreise zusätzlich steigen ließ, wenn auch nicht nachhaltig.

Ein Wertverfall beim Dollar gibt den Ölpreisen Auftrieb, indem er das zumeist in Dollar gehandelte schwarze Gold für Anleger außerhalb der USA erschwinglicher macht und dadurch die Nachfrage steigert.

Neben der Dollar-Schwäche sorgten auch jüngste Lagerdaten aus den USA für Auftrieb am Ölmarkt. Wie das Energieministerium am Mittwoch meldete, waren die Rohölbestände in der vergangenen Woche zum zehnten Mal in Folge in die Nähe eines dreijährigen Tiefstands gefallen. Fallende Vorräte sind ein Hauptziel des Ölkartells Opec, das zusammen mit anderen großen Produzenten durch eine Fördergrenze die Weltmarktpreise anheben will. Bisher scheint die Strategie aufzugehen.

Gefahr droht dem Vorgehen der Opec allerdings durch die stetig steigende Förderung amerikanischer Unternehmen. Wie die Daten des US-Energieministeriums ebenfalls zeigten, war die Rohölförderung der USA auf ein Rekordstand geklettert. Die steigende US-Förderung steht der Opec-Strategie einer Angebotsverknappung entgegen.