Ölpreise stagnieren - Debatte um Notfallreserven hält an

·Lesedauer: 1 Min.

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag bis zum Mittag auf der Stelle getreten. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 78,90 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stagnierte auf 75,92 Dollar. Derzeit rangieren die Preise in der Nähe ihres tiefsten Stands seit Anfang Oktober.

Marktbestimmend sind weiterhin Spekulationen über eine abgestimmte Freigabe nationaler Ölreserven. China hat einen solchen Schritt bereits angekündigt, gemutmaßt wird, dass die USA und Japan folgen könnten. Sollte es soweit kommen, würden sich die drei größten Volkswirtschaften der Welt gegen die immer noch hohen Erdölpreise stemmen. Im Oktober waren die beiden wichtigsten Ölsorten auf mehrjährige Höchststände gestiegen.

In Japan scheint die Freigabe jedoch gesetzlichen Grenzen zu unterliegen. Sie sei nur zulässig im Fall von Angebotsengpässen oder Naturkatastrophen, nicht jedoch, um die Preise zu drücken, erklärte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. "Man sucht offenbar nach Wegen, dieses Gesetz zu umgehen." Sollten die Reserven tatsächlich freigeben werden, wäre dies ein Novum: "Nicht einmal während des Golfkrieges 1991, noch nach der Tsunami-Katastrophe 2011 hat es dies gegeben", so Fritsch.

Zugleich würde der Rückgriff auf die nationalen Rohölreserven in einer Zeit erfolgen, die durch vielerorts steigende Corona-Infektionen gekennzeichnet ist. Vor allem in Europa trübt sich die Lage zunehmend ein, in den USA beginnen die Infektionen wieder zu steigen. In der Vergangenheit ging eine angespanntere Corona-Lage häufig mit trüben Konjunkturaussichten und fallenden Ölpreisen einher.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.