Ölpreise nahezu unverändert - US-Wahl weiterhin offen

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NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Donnerstag im Mittagshandel wenig bewegt. An den Finanzmärkten bleibt das offene Rennen um die US-Präsidentschaft das bestimmende Thema. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 41,22 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um acht Cent auf 39,07 Dollar.

In den USA hat weiterhin kein Kandidat die notwendige Zahl an Wahlmännern erreicht, um sich zum Präsidenten wählen zu lassen. Amtsinhaber Donald Trump kündigte bereits an, die Gerichte anrufen zu wollen. Zuletzt deutete vieles auf einen Sieg des Herausforderers Joe Biden hin.

Marktexperten hatten bereits angemerkt, dass Bidens Fokus auf alternative Energien eher negativ für die Ölmärkte zu werten sei. Zudem würde ein Präsident Biden die Chancen steigen lassen, dass der Iran wieder Zugang zum internationalen Markt bekommt. Ein erhöhtes Angebot würde die von der Corona-Krise belasteten Preise zusätzlich unter Druck setzen.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg zufolge wurde ein Sieg der Demokraten beim Rennen um das Weiße Hause jedoch zuletzt am Markt anders beurteilt. Das liege daran, dass eine Senatsmehrheit der Demokraten zusehends unwahrscheinlich sei. Daher werde es Biden nicht möglich sein, ohne weiteres strengere Regulierungen oder den "Green New Deal" zu beschließen. Ebenfalls gestützt haben dürfte laut dem Commerzbank-Analysten der von der Regierung am Mittwoch bestätigte starke Rückgang der US-Rohölvorräte. Trotzdem ist der Ölmarkt aus Sicht von Weinberg "noch nicht über den Berg".