Ölpreise auf Mehrjahreshochs - Opec+ ohne Fördererhöhung

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NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Aufschläge vom Vortag ausgebaut und erneut mehrjährige Höchststände erreicht. Während die Nordseesorte Brent so viel kostete wie letztmalig im Oktober 2018, stieg der Preis für US-Rohöl auf den höchsten Stand seit Ende 2014. Händler nannten als Grund, dass sich der Ölverbund Opec+ wiederholt nicht auf eine Ausweitung seiner Produktion einigen konnte.

Ein Barrel (159 Liter) Brent kostete am Dienstag bis zu 77,83 US-Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg bis auf knapp 77 Dollar. Am Mittag wurde ein Barrel Brent dann mit 77,38 Dollar gehandelt. Das waren 22 Cent mehr als am Vortag. Der WTI-Preis lag bei 76,45 Dollar und damit 1,29 Dollar höher als am Vortag.

Am Montag war es dem Erdölverbund Opec+ erneut nicht gelungen, sich auf eine Förderstrategie für die zweite Jahreshälfte zu einigen. Ein Treffen wurde ohne Ersatztermin abgesagt. Eigentlich wollten die 23 Länder ihre Ölförderung ab August schrittweise weiter anheben. Ein Streit zwischen dem Ölgiganten Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten verhinderte jedoch eine Einigung.

Die zunächst unveränderte Förderung trifft auf eine absehbar steigende Nachfrage nach Rohöl, Benzin und Diesel. Dafür sorgen Lockerungen von Corona-Beschränkungen in vielen Ländern. Dies spricht für tendenziell steigende Ölpreise.

Auf der anderen Seite könnte der Streit das Ansehen und letztlich den Zusammenhalt der Opec+ gefährden. Sollten sich einzelne Länder weniger oder gar nicht mehr an verabredete Förderquoten halten, könnte dies die Ölpreise auch belasten. Analysten der Bank ING halten sogar einen Preiskrieg zwischen einzelnen Produktionsländern für denkbar. Einen solchen hatten sich Saudi-Arabien und Russland vor gut einem Jahr mitten in der ersten Corona-Welle geliefert. Die Ölpreise waren damals dramatisch eingebrochen.

Experten der Schweizer Bank UBS weisen jedoch darauf hin, dass bis August noch Zeit bleibe, um eine Einigung zwischen Saudi-Arabien und den Emiraten herbeizuführen.

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