Ölpreise legen wegen Iran-Krise weiter zu

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind wegen der Eskalation der Lage im Nahen Osten weiter im Höhenflug. Am Montag stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am frühen Morgen zeitweise bis auf 64,72 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April. Seit Beginn des Jahres sind die Preise für WTI und das Nordsee-Rohöl Brent bereits um jeweils etwa sechs Prozent gestiegen.

Zuletzt wurde US-Öl bei 63,85 Dollar gehandelt. Das waren aber immer noch 80 Cent mehr als am Freitag. Nach oben ging es auch mit dem Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee, der für deutsche Verbraucher wichtig ist. Hier stieg die Notierung für ein Fass um 1,05 Dollar auf 69,65 Dollar. Zeitweise kostete Nordsee-Öl mehr als 70 Dollar und damit etwa so viel wie zuletzt Mitte September nach Angriffen auf die Ölindustrie in Saudi-Arabien.

Seit der gezielten Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Raketenangriff sind die Ölpreise im Aufwind. Die Krise in der Region verstärkt die Sorge der Anleger am Ölmarkt vor Lieferengpässen. Der Iran will Rache an den USA nehmen für den Tod von General Soleimani, und auch der Irak geht auf Konfrontation zu den USA. US-Präsident Donald Trump hat darauf mit martialischen Drohungen reagiert.

"Die Nachrichten vom Wochenende deuten auf eine weitere Eskalation hin", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. "Angesichts dieser Nachrichtenlage ist der Weg für einen weiteren Anstieg der Ölpreise vorgezeichnet, auch wenn es bislang noch nicht zu Angebotsausfällen gekommen ist."