Ölpreise legen merklich zu - Zinssignale von der US-Notenbank beruhigen

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) -Nach drei Verlusttagen in Folge haben die Ölpreise am Donnerstag zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am Mittag 85,58 US-Dollar. Das waren 97 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Dezember stieg um 1,02 Dollar auf 81,47 Dollar.

Die Ölpreise profitierten von der insgesamt freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten, nachdem die US-Notenbank am Mittwoch ihre Zinsen wie erhofft zum zweiten Mal in Folge unverändert gelassen hatte. Anleger spekulieren nun darauf, dass dies auch im Dezember so bleiben könnte und das Zinshoch damit womöglich schon erreicht ist.

Notenbankchef Jerome Powell bekräftigte zwar abermals, dass zusätzliche Zinsanhebungen möglich seien, um die weiterhin hohe Inflation zu bändigen. Doch zugleich sagte er, allmählich werde das Risiko, die Geldpolitik zu sehr zu verschärfen, ähnlich hoch, wie zu wenig zu unternehmen. Die Aussicht, dass die Weltwirtschaft nicht durch eine zu straffe Geldpolitik in den USA abgewürgt wird, stützte die zuletzt eher wackeligen Nachfrageaussichten für Rohöl. Zinssenkungen indes seien am Markt noch kein Thema, betonte Marktstrategin Charu Chanana vom Handelshaus Saxo Capital Markets in Singapur.