Ölpreise geben nach - US-Lagerdaten belasten

dpa-AFX

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Mittwoch gesunken und haben an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete im Mittagshandel 63,20 US-Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 32 Cent auf 57,67 Dollar.

"Die Preise werden von einem überraschenden Anstieg der US-Rohöllagerbestände und Meldungen über eine angeblich nur unter Vorbehalt stehende Verlängerung der Produktionskürzungen belastet", erklärten Rohstoffexperten der Commerzbank die fallenden Ölpreise. Am Vorabend wurde bekannt, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) davon ausgeht, dass die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 1,8 Millionen Barrel gestiegen waren. Am Nachmittag wird die US-Regierung die offiziellen Daten veröffentlichen.

Außerdem ist das bevorstehende Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) am Donnerstag ein wichtiges Thema. Am Ölmarkt wird erwartet, dass ein Beschluss zur Verlängerung der aktuell geltenden Kürzung der Fördermenge gefasst werden könnte. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuletzt mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen gemeldet, alle Opec-Mitglieder seien zu einer Verlängerung bis Ende 2018 bereit.

Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten will das Ölkartell aber die Option offen halten, bei der nächsten Sitzung im kommenden Juni die Situation neu zu bewerten. Insbesondere Russland habe demnach eine Verlängerung bis Ende 2018 zuletzt kritisch gesehen. In Moskau gebe es die Befürchtung, dass der Ölpreis zu stark steigen könnte und damit die Schieferölproduktion in den USA stärker steigen lässt. Neben führenden Opec-Staaten haben sich auch andere wichtige Förderländer an der Produktionskürzung beteiligt, darunter Russland.