Ölpreise geben Teil der frühen Gewinne wieder ab

dpa-AFX

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstagmittag einen Teil ihrer Gewinne aus dem frühen Handel abgegeben. Wegen der Iran-Krise bleiben sie dennoch auf einem hohen Niveau. Im Vergleich zum Vortag stieg der Barrelpreis (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 13 Cent auf 67,97 Dollar. Brent-Öl stieg am Morgen zeitweise bis auf 68,27 Dollar und war damit so teuer wie seit 2015 nicht mehr. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar kam zuletzt auf einen Preis von 61,93 Dollar und war damit 30 Cent teurer als am Vortag.

Die politische Krise im Iran treibt die Ölpreise derzeit an. Am Markt wird befürchtet, dass bei einer weiteren Eskalation auch die iranischen Öllieferungen beeinträchtigt werden könnten. Das Land am Persischen Golf fördert etwa 3,8 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und ist damit der drittgrößte Produzent der Organisation erdölexortierender Länder (OPEC).

Am Nachmittag dürften Anleger noch einen Blick auf den neuen Ölbericht des US-Energieministeriums werfen. Hier wird ein Rückgang der Lagerbestände erwartet, was ebenfalls für steigende Preise sprechen würde.

Auf längere Sicht rechnen Experten aber trotzdem nicht mit einer Fortsetzung des Höhenflugs. Der Grund liegt in der Entwicklung der Fördermenge in den USA. Je stärker der Ölpreis auf dem Weltmarkt steigt, desto eher rentiert sich die vergleichsweise teure Förderung von Schieferöl durch die umstrittene Fracking-Methode.