Ölpreise geben leicht nach

Der Ölpreis ist erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder über 80 Dollar gestiegen. Noch ist kein Ende der Preissteigerungen in Sicht.


Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel zunächst nicht an ihre Klettertour der vergangenen Handelstage angeknüpft. Zwar bleiben die Preise weiter auf hohem Niveau. Die Verunsicherung wegen des US-Ausstiegs aus dem Atom-Deal mit dem Iran sowie der Lage im Nahen Osten hat sich jedoch zuletzt nicht weiter verschärft.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli kostete am Morgen 77,36 US-Dollar. Das waren 11 Cent weniger als am Vortag. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni kostete mit 71,32 Dollar 4 Cent weniger als am Vortag.

Am Donnerstag hatten die Preise der beiden wichtigsten Rohölsorten der Welt jeweils noch den höchsten Stand seit Ende 2014 erreicht. Der Brent-Preis stieg zwischenzeitlich sogar bis auf 78 Dollar. Der am Dienstag bekannt gegebene Rückzug der USA aus dem Atom-Abkommen hatte den Preisen starken Auftrieb gegeben.


Zudem wurden israelische Stellungen auf den Golan-Höhen beschossen, was die Furcht vor einer Eskalation der Lage im Nahen Osten verstärkte. Israel macht den Iran verantwortlich, der eine Beteiligung an den Angriffen jedoch abstreitet.

Am Ölmarkt hatte am Donnerstag für etwas Entspannung gesorgt, dass der Iran nach Angaben Russlands zugesichert hat, seinen Verpflichtungen aus dem Atom-Deal nachzukommen. Dass die USA bereits zwei Tage nach dem Rückzug von dem Deal erstmals neue Sanktionen gegen den Iran verhängt haben, überraschte am Ölmarkt dagegen kaum mehr und sorgte für keine deutlichen Impulse. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) solle die Geldversorgung der Revolutionsgarden unterbrochen werden, erklärte Finanzminister Steven Mnuchin.

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