Ölpreise geben etwas nach - Corona-Krise in Indien belastet

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NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag leicht gesunken. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 66,67 US-Dollar. Das waren zehn Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls geringfügig um sieben Cent auf 63,06 Dollar.

Starke Impulse gab es zu Beginn der neuen Handelswoche nicht. Kursverluste des Dollar im Handel mit anderen wichtigen Währungen konnten den Ölpreisen keinen Auftrieb verleihen. In der Regel profitieren die Ölpreise von einer Dollar-Schwäche, weil Rohöl in US-Dollar gehandelt wird. Eine Kursschwäche der amerikanischen Währung macht Rohöl günstiger, was die Nachfrage stützt.

Marktbeobachter erklärten den Preisrückgang der Ölpreise mit der jüngsten Entwicklung in der Corona-Krise. Der Anstieg der Zahl der Neuinfektionen in Indien wiege derzeit schwerer als die Kursentwicklung am Devisenmarkt, hieß es. Indien zählt zu den großen Ölimporteuren weltweit. Am Markt wird eine Zuspitzung der Lage und damit eine schwächere Nachfrage aus Indien befürchtet.

Wegen einer enormen Zahl an Corona-Neuinfektionen und eines Gesundheitssystems am Limit gilt in der indischen Hauptstadt Neu Delhi von Montag an eine einwöchige Ausgangssperre. In dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern wurden nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium innerhalb von 24 Stunden insgesamt 274 000 neue Corona-Fällen erfasst - ein Höchstwert.