Ölpreise geben etwas nach

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Freitag einen Teil ihrer deutlichen Aufschläge vom Vortag abgegeben. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 116,66 US-Dollar. Das waren 95 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,09 Dollar auf 115,78 Dollar.

Am Vortag hatten die Erdölpreise deutlich zugelegt, obwohl der Ölverbund Opec+ seine Förderung im Juli und August stärker ausweiten will als in den Monaten zuvor. Analysten zeigten sich jedoch skeptisch, ob das zusätzliche Rohöl ausreicht, um das knappe Weltmarktangebot auszugleichen. Vor allem die russische Produktion stand zuletzt wegen scharfer Sanktionen des Westens unter Druck.

Auf einen Ausschluss Russlands von den Förderzielen der Opec+ wurde unterdessen verzichtet. Derartige Spekulationen waren vor der Opec-Sitzung durch Presseberichte angeheizt worden, die sich jedoch nicht bewahrheiteten. Bisher scheint der Krieg Russlands gegen die Ukraine keine nennenswerten Auswirkungen auf den Zusammenhalt des Ölverbunds zu haben.

"Eine nennenswerte Erhöhung der Ölproduktion ist damit wegen der voraussichtlich fallenden russischen Produktion unmöglich, solange andere Länder ihre Produktion nicht stärker ausweiten dürfen", kommentierte Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. "Letzten Endes macht die gestern beschlossene stärkere Produktionserhöhung im Juli und August für den Ölmarkt somit keinen großen Unterschied." Die Opec dürfte laut Fritsch weiterhin deutlich weniger Rohöl an den Markt bringen als vereinbart.

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