Ölpreise geben deutlich nach

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag bis zum Mittag spürbar unter Druck geraten. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 106,22 US-Dollar. Das waren 1,36 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,33 Dollar auf 103,84 Dollar.

Seit einigen Tagen schwanken die Rohölpreise teils deutlich und tun sich schwer, eine klare Richtung einzuschlagen. Marktbeobachter verweisen als Begründung auf gegenläufige Kräfte, die die Preise in Schach halten. So herrscht auf der Angebotsseite Knappheit vor, da Russland seit seinem Angriff auf die Ukraine scharfen Sanktionen unterliegt und deshalb Probleme hat, Abnehmer für sein Erdöl zu finden. Das spricht für hohe und eher steigende Ölpreise.

Auf der Nachfrageseite bestehen jedoch Sorgen, dass die rigorose Corona-Politik Chinas die dortige Rohöl- und Benzinnachfrage abwürgen könnte. Dies stellt eine herbe Belastung für den Ölmarkt dar. China ist als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt auch eines der größten Ölverbrauchsländer. Die Volksrepublik verfolgt eine scharfe Corona-Bekämpfung mit strikten Ausgangssperren. Auch Wirtschaftsmetropolen mit vielen Millionen Einwohnern sind betroffen.

In der Europäischen Union (EU) zeichnet sich unterdessen immer deutlicher ein Ölembargo gegen Russland ab. Unklarheit herrscht allerdings über die genauen Konditionen, wann ein Embargo also in Kraft treten könnte und ob es Ausnahmen für einzelne EU-Länder geben soll. Ungarn droht weiterhin mit einem Veto, was eine Einigung zusätzlich erschwert.

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