Ölpreise drehen in die Verlustzone

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) -Die Ölpreise sind am Mittwoch nach anfänglichen Gewinnen gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete zuletzt 94,46 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Dezember fiel um 20 Cent auf 88,17 Dollar.

Am Morgen hatte noch die jüngste Entwicklung der US-Ölreserven für Auftrieb bei den Notierungen gesorgt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen starken Rückgang der US-Ölreserven verzeichnet hat. Demnach waren die Lagerbestände an Rohöl um 6,5 Millionen Barrel gesunken. Ein Rückgang der Ölreserven kann ein Hinweis auf eine stärkere Nachfrage oder ein zu geringes Angebot sein, was den Ölpreisen in der Regel Auftrieb verleiht.

Im weiteren Handelsverlauf rückten allerdings die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed stärker in den Mittelpunkt, die am Abend erwartet werden. Von Interesse sind vor allem Aussagen von US-Notenbankpräsident Jerome Powell im Anschluss an die erwartete deutliche Zinserhöhung.

Die Investoren erhoffen sich Hinweise, wie stark die Notenbank in den kommenden Monaten gegen die hohe Inflation ankämpfen wird. Ein zu aggressives Vorgehen der Notenbanker bei den Zinserhöhungen könnte die Konjunktur belasten und damit die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.