Ölpreise drehen ins Minus

dpa-AFX

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag gefallen. Nachdem sie am Morgen noch zulegen konnten, waren die Notierungen im Vormittagshandel in die Verlustzone gerutscht und es kam wie bereits am Vortag zu Gewinnmitnahmen. Ein Barrel (je 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete gegen Mittag 56,93 US-Dollar. Das sind 30 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 41 Cent auf 50,88 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einem vergleichsweise impulsarmen Handel am Ölmarkt. Die Sorgen vor einem Förderausfall in den ölreichen Regionen im Norden des Irak hätten spürbar nachgelassen.

Die zuletzt positive Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zur künftigen Entwicklung des Ölhandels konnte die Ölpreise kurz vor dem Wochenende nicht stützen. Der Generalsekretär des Kartells, Mohammed Barkindo, hatte am Donnerstag gesagt, dass der Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Markt in Sichtweite sei.

"Ganz so rosig ist die Lage allerdings nicht", kommentierten Rohstoffexperten der Commerzbank die Aussagen von Barkindo. Laut ihrer Einschätzung produziert die Opec bereits jetzt in etwa soviel Öl wie im nächsten Jahr benötigt werde. "Um den Lagerüberhang vollständig abzubauen, müsste sie allerdings weniger produzieren", hieß es weiter in der Analyse der Commerzbank.