Ölpreise bewegen sich vor US-Lagerdaten wenig

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NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben sich am Mittwoch bis zum Mittag unter dem Strich wenig bewegt. Sie liegen weiterhin in der Nähe ihres höchsten Standes seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 50,78 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls geringfügig um vier Cent auf 47,66 Dollar.

Unterstützung erhielten die Ölpreise zur Wochenmitte durch die allgemein gute Finanzmarktstimmung. Leichten Druck übten dagegen Lagerdaten aus den USA aus. Der Industrieverband API hatte am Dienstagabend einen Anstieg der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. An diesem Mittwoch folgen die offiziellen Wochendaten der Regierung. Diese lösen oft deutliche Marktbewegungen aus, die sich jedoch häufig als kurzlebig erweisen.

Konjunkturdaten aus der Eurozone weckten Hoffnung auf eine etwas dynamischere Erdölnachfrage. Die Unternehmensumfrage des britischen Forschungsunternehmens Markit hellte sich im Dezember deutlich auf. Für große Überraschung sorgte, dass sich die Stimmung nicht nur in der Industrie, sondern auch unter Dienstleistern aufhellte. Die Dienstleister leiden unter der Corona-Pandemie wesentlich stärker als die Industrie. Bankökonomen kommentierten die Umfrage wegen neuer Corona-Beschränkungen jedoch vorsichtig.

Die Lage am Ölmarkt ist gegenwärtig gekennzeichnet durch die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung bei zugleich hohen Risiken. Erfolge in der Corona-Impfstoffforschung haben den Ölpreisen in den vergangenen Wochen einen deutlichen Schub verliehen. Dem stehen jedoch praktische Probleme wie eine ausreichende Impfstoffproduktion und eine flächendeckende Verteilung gegenüber. Entsprechend ungewiss sind die Aussichten für die Konjunktur und die Ölnachfrage.