Ölembargo: "Russland kann Europa nicht einfach ersetzen"

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich auf ein Embargo gegen russisches Öl geeinigt. Die schrittweise Einstellung der Importe auf dem Seeweg ist ein Kompromiss, über die Druschba-Pipeline fliesst weiter russisches Öl nach Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Das aber sind nur 10 % der gesamten EU-Öleinfuhren, bis Ende des Jahres wird Europa 90 % weniger Öl aus Russland beziehen – mit Folgen für die Finanzierung des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Simone Tagliapietra ist Senior Fellow beim Brüsseler Thinktank Bruegel. Er sieht "ein echtes Problem für Russland, denn es wird nicht so einfach sein, den europäischen Markt durch andere Abnehmer zu ersetzen. Die russische Öl-Infrastruktur, die Tanker, die Kapazität der Häfen. Dazu kommt, dass diese Tanker einen deutlich kürzeren Weg nach Europa haben als nach Asien.""

Öl-Ströme einfach umzuleiten, dafür ist die russische Infrastruktur nicht ausgelegt.

Fast einen Monat brauchte die EU, das Abkommen unter Dach und Fach zu bringen. Ungarn hat am längsten blockiert und die Pipeline-Ausnahme erstritten. Wie lange diese Ausnahme für Ungarn gelten wird, ist allerdings noch nicht klar.

Auch Polen und Deutschland könnten bis Ende des Jahres von dieser Ausnahmeregelung profitieren, da auch sie an der Druschba-Pipeline hängen, wollen und brauchen das aber nicht.

Deutschland hat ausgezeichnete Arbeit geleistet, um sich aus der Abhängigkeit von russischem Öl zu befreien, und deshalb haben wir gehofft, der Stopp der russischen Ölimporte würde ein sofortiger - und jetzt wird es Ende des Jahres.

20 Milliarden Euro überweist die EU monatlich nach Russland für seine Ölimporte. Ab spätestens 2023 sollten es nur noch 2 Milliarden sein.

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