Ökonomen-Stimmen zur US-Notenbank

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch wie erwartet die Zinsen nicht angetastet. Sie wird jedoch im Oktober mit dem Abbau ihrer riesigen Bilanz beginnen. Ökonomen kommentieren die Entscheidung und die Aussagen von Notenbankchefin Janet Yellen:

Andrew Hunter, Ökonom bei Capital Economics:

"Die Ankündigung der Fed, dass sie im nächsten Monat mit dem Abbau ihrer 4,3 Billionen US-Dollar schweren Krisenbilanz beginnen wird, hat etwas von einem historischen Moment. Allerdings ist der Abbau so gut vorbereitet worden und das Tempo wird so langsam sein, dass es unwahrscheinlich ist, dass er einen großen Einfluss auf die Wirtschaft oder die Finanzmärkte haben wird."

Friedrich Heineman, Ökonom beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung:

"Die Entschlossenheit der Fed, die Normalisierung der Geldpolitik voranzutreiben, ist zu begrüßen. Der nun konkreter absehbare Bilanzabbau mindert das Risiko, dass Donald Trump seine geplanten Steuersenkungen mit der Notenpresse finanzieren kann. Obwohl sich die Inflationsraten der USA (1,9 Prozent im August 2017) und der Eurozone (1,5 Prozent) nur wenig unterscheiden, agieren Fed und Europäische Zentralbank (EZB) damit derzeit völlig unterschiedlich. Während die Fed handelt, verzögert die EZB den Exit. (...) Der Druck auf den EZB-Rat, im Oktober endlich zu handeln, ist dadurch weiter gewachsen."

Bernd Weidensteiner, USA-Experte bei der Commerzbank:

"Die Fed hat einen weiteren Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik gemacht und angekündigt, dass die Bilanzreduktion im nächsten Monat beginnen wird. Für die Märkte waren die FOMC-Prognosen zum Zinsweg jedoch viel wichtiger. Die politischen Entscheidungsträger bestätigten, dass eine Dezember-Zinserhöhung noch auf auf der Tagesordnung ist. Für 2018, signalisieren die Notenbanker wie bisher drei weitere Zinserhöhungen. Das war ein starkes Signal für die Märkte, die bislang kaum noch eine weitere Zinserhöhung für die kommenden Quartale erwartet hatten."