Öfter mal kurz abschalten: Schon leicht reduzierte Smartphone-Nutzung tut der Seele gut

Viele von uns sind im Laufe der Jahre immer abhängiger vom Smartphone geworden.

Aber wer Stunden damit verbringt, gedankenlos zu scrollen und zu wischen und mit dem Gedanken spielt, einen digitalen Detox einzulegen, braucht nicht ganz auf den ständigen Begleiter zu verzichten.

Wissenschaftler*innen der Bochumer Ruhr-Uni haben herausgefunden, dass nur eine Stunde pro Tag weniger am Handy die Nutzungsgewohnheiten ändern kann und sogar die Psyche positiv beeinflusst. "Schon eine Stunde weniger pro Tag hatte positive Auswirkungen auf den Lebenswandel und das Wohlbefinden der Teilnehmenden", berichtete Dr. Julia Brailovskaia. Bei denjenigen, die ihre Nutzung lediglich einschränkten, hielt dieser Effekt sogar länger an, als bei denjenigen, die für die Studie ganz aufs Smartphone verzichteten.

Für die Studie wurden 600 Teilnehmende in drei zufällige Gruppen eingeteilt: Ein Drittel legte das Smartphone für eine ganze Woche beiseite, ein Drittel fuhr die Nutzung pro Tag um eine Stunde herunter, während das letzte Drittel keinerlei Änderungen vornahm. Das Team stellte fest, dass die einwöchige Pause die Gerätenutzung langfristig beeinflusste. Selbst vier Monate nach Abschluss des Experiments nutzte die Abstinenz-Gruppe das Handy im Schnitt täglich 38 Minuten weniger als zuvor.

Die Gruppe, die während der Studie täglich eine Stunde weniger auf den Bildschirm schaute hatte die Smartphone-Nutzung auch nach vier Monaten sogar um 45 Minuten reduziert. Gleichzeitig berichteten die Teilnehmenden von größerer Zufriedenheit, sie bewegten sich mehr. Depression und Ängste nahmen ab, es wurde weniger geraucht.

"Es ist nicht nötig, komplett aufs Smartphone zu verzichten, damit man sich besser fühlt. Es ist möglich, dass es eine ideale Nutzungsdauer gibt", so Dr. Julia Brailovskaia von der Ruhr-Universität Bochum.

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