Öffnet #Buthaina (5) der Welt die Augen auf das Leid im Jemen?

Sie ist die einzige Überlebende eines Luftangriffs, bei dem ihre gesamte Familie ums Leben kam.

Das Foto des kleinen Mädchens mit zugeschwollenen, blutunterlaufenen Augen, ist zum Symbol einer Kampagne geworden, die auf den Konflikt im Jemen aufmerksam machen soll.

Auf dem Bild hält Buthaina sich das rechte Augen auf, um in die Kamera zu blicken.

Ein Foto, das auch im übertragenen Sinn “Augen öffnen” soll: In sozialen Medien teilten zahlreiche Menschen Fotos von sich mit der gleichen Geste. Viele von ihnen stammen selbst aus dem Jemen.

Meet #Buthaina, the most beautiful girl in the world. #Yemen. RT please rihanna GiGiHadid USAinKSA pic.twitter.com/ahsIMfNNuA— Ali AlAhmed (AliAlAhmed_en) August 29, 2017

#I_Speak_For_Buthaina, Can you speak for #Buthaina ?#بثينة_عين_الانسانية#IStandWithYemen #IStandWithYemen pic.twitter.com/YRxkQyn6OB— علي البخيتي (@Ali_Albukhaiti) September 2, 2017

Die Vereinten Nationen sprechen von “einäugiger” Geschlossenheit mit Buthaina.

One-eyed unity with injured Yemeni girl #ChildrenUnderAttack #Buthaina BBCtrending https://t.co/YyXJFoGP9j— UNICEF (UNICEF) September 1, 2017

Bei dem Luftangriff der von Saudi-Arabien geleiteten Militärkoalition in Sanaa wurde das Haus der Familie völlig zerstört. 16 Menschen kamen ums Leben, darunter Buthainas Eltern und ihre fünf Geschwister.

Die Fünfjährige konnte aus den Trümmern geborgen werden. Ihre Tante und ihr Onkel werden sich von nun an um sie kümmern. Sie hat einen Schädelbruch und zahlreiche Prellungen. Wann sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, war zunächst nicht bekannt.

Ein Militärsprecher nannte den Angriff einen “Fehler”. Man sei tief betroffen über den “unbeabsichtigten Unfall” und den Kollateralschaden, die toten Zivilisten.

Buthainas Unterstützer hoffen, dass ihr Bild auf die schlimme humanitäre Lage und den Krieg im Jemen, den viele als “vergessen” bezeichnen, aufmerksam macht.

In dem Konflikt im Jemen wurden laut Vereinten Nationen bisher rund 5.000 Menschen getötet.

Ein Drittel der Bewohner leiden unter Hunger, 14 Mio. Menschen haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen, die Cholera-Epidemie wird immer schlimmer.

Rund 10 Millionen Kinder leiden unter dem Konflikt.

Unterstützt von Luftangriffen einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition versuchen Regierungstruppen, Boden von den schiitischen Huthi-Rebellen zurückzugewinnen.

Diese haben den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht und Teile des Militärs zum Überlaufen bewegen können. Auf beiden Seiten der Kriegsparteien kämpfen Stammesmilizen und Volkskomitees.

Dschihadisten wie Al-Qaida und der sogenannte Islamische Staat gewinnen im Süden des Landes an Einfluss.

Fotos der Agentur Reuters zeigen das Mädchen im Krankenhaus mit einem Doktor. Quelle: REUTERS/Khaled Abdullah