Äthiopische Luftwaffe fliegt Angriffe in Konfliktregion Tigray

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Bewaffneter Mann in der Region Amhara
Bewaffneter Mann in der Region Amhara

Der bewaffnete Konflikt in der äthiopischen Region Tigray lässt die Angst vor einem Bürgerkrieg in dem afrikanischen Vielvölkerstaat wachsen. Am Montag flog die äthiopische Luftwaffe erneut Angriffe in der Region im Norden des Landes. "Die Luftwaffe bombardiert derzeit ausgewählte Gebiete in der Region", sagte der Militärbeamte Mohammed Tessema den staatlichen Medien. Regierungschef Abiy Ahmed versuchte derweil, die international geäußerte Besorgnis über eine Zuspitzung des Konflikts zu zerstreuen.

"Bedenken, dass Äthiopien ins Chaos abrutschen wird, sind unbegründet", schrieb Abiy im Online-Dienst Twitter und fügte hinzu, dass der Militäreinsatz "bald beendet sein wird". Die Regierung ziele "darauf ab, ein für alle Mal Frieden und Stabilität zu garantieren", schrieb Abiy weiter.

Opfer soll es in der benachbarten Region Amhara gegeben haben. Nach Auswertung medizinischer Informationen durch die Nachrichtenagentur AFP sollen mehr als 200 Soldaten bei den jüngsten Kämpfen verletzt worden sein. Acht seien getötet worden. 

Die äthiopische Armee hatte am Donnerstag erklärt, sie befinde sich im "Krieg" mit der Regierungspartei der nördlichen Region Tigray, TPLF. In Tigray hatte es zuvor monatelang Spannungen gegeben. 

Abiy begründete den Armee-Einsatz in der Region mit einem "Anschlag" der TPLF auf eine Militärbasis. Die TPLF erklärte, einen solchen Angriff habe es nicht gegeben. Die TPLF erkennt Abiy, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, nicht an. 

mkü/cp