Äthiopien und Eritrea versöhnen sich nach 20 Jahren offiziell

Die Rivalen Äthiopien und Eritrea haben ihre Feindseligkeiten offiziell beigelegt. Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed verließ die eritreische Hauptstadt Asmara mit einem Friedens- und Freundschaftsvertrag in der Tasche. Die Menschen in den Straßen bejubelten die beiden Staatschefs - es war das erste Treffen der beiden Nachbarländer seit fast 20 Jahren.

Verlust kann nicht rückgängig gemacht werden

Der eritreische Präsident Isaias Afwerki erklärte: "Das Gefühl, das Dr. Abiy mitgebracht hat, ist nicht einfach. Das zeigen die Emotionen, die die Menschen heute gezeigt haben. Die Möglichkeiten waren da und wir hatten gehofft, sie nutzen zu können, aber sie waren für uns in den vergangenen 25 Jahren unerreichbar. Den Verlust, den wir erlitten haben, kann nicht rückgängig gemacht werden. Aber heute haben wir das Gefühl, etwas Verlorenes wiedererlangt haben."

Die Länder erklärten den Kriegszustand für beendet. Zudem vereinbarten sie die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und den Aufbau einer Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft und Kultur, unter anderem beim gemeinsamen Betrieb eines Hafens in Eritrea.

Abiy Ahmed: "Unsere Völker werden in Würde zurückkehren"

Der äthiopische Ministerpräsident Dr. Abiy Ahmed fügte hinzu: "Wenn es Frieden zwischen dem äthiopischen und dem eritreischen Volk gibt, wird das Horn von Afrika eine friedliche, gut entwickelte Region werden. Unsere Völker, die verstreut und erniedrigt als Flüchtlinge leben, werden in Würde zurückkehren. Unsere Bürger werden nicht wie Waren verkauft und getauscht werden."

Der tödlichste Grenzkonflikt Afrikas

1998 waren Äthiopien und Eritrea über einen Streit um die Stadt Badme aneinandergeraten. Der Krieg wurde zum tödlichsten Grenzkonflikt Afrikas. Zehntausende wurden getötet, Hunderttausende mussten fliehen. Im Jahr 2000 wurde die Stadt Eritrea zugesprochen, doch Nachbar Äthiopien weigerte sich seine Truppen aus besetzen eritreischen Gebieten abzuziehen.