Ärzte: Gesundheitsfolgen des Klimawandels stärker in Blick nehmen

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BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Ärzteschaft hat zum Beginn der Weltklimakonferenz in Glasgow dazu aufgerufen, gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels stärker in den Blick zu nehmen. Auch in Deutschland seien immer häufiger "Extremwetterereignisse" wie Starkregen und Hitzewellen zu erleben, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der Deutschen Presse-Agentur.

Er verwies etwa auf die Folgen der Hochwasserkatastrophe im Sommer, bei der in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mehr als 180 Menschen starben. "Aber auch Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben." Dazu zählten Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen wegen Flüssigkeitsmangels. Am stärksten gefährdet seien Ältere, Säuglinge, Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen, die schwere körperliche Arbeit im Freien verrichteten.

Reinhardt forderte: "Notwendig sind neben der Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele Sofortmaßnahmen, die das Gesundheitswesen auf die neuen Herausforderungen vorbereiten." In Kliniken und Rettungsstellen brauche es Personal und Räume für Extremwetterereignisse. Nötig seien ein nationaler Hitzeschutzplan und konkrete Handlungsleitlinien für Kliniken, Not- und Rettungsdienste sowie Pflegeeinrichtungen.

Mit gesundheitlichen Folgen des Klimawandels befasst sich an diesem Dienstag auch der Deutsche Ärztetag. "Nach der Berufsordnung sind Ärztinnen und Ärzte nicht nur direkt ihren Patientinnen und Patienten verpflichtet, sondern auch dem gesundheitlichen Wohlergehen der gesamten Bevölkerung", sagte Reinhardt. "Dieser Verpflichtung wollen wir mit diesem Thema nachkommen."

Die Klimakonferenz beginnt am Sonntag. Bis zum 12. November wollen Vertreter aus rund 200 Staaten über die weitere Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens beraten. Das Abkommen von 2015 sieht vor, dass die Vertragsstaaten ihre Treibhausgasemissionen so weit senken, dass die globale Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, bleibt.

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