Ärger um Bericht über gebrauchte Unterwäsche von Simbabwes First Lady

Simbabwes First Lady Grace Mugabe hat einen Geschäftsmann wegen des Vorwurfs verklagt, ihr einen bestellten Diamantring im Wert von rund einer Million Euro nicht geliefert zu haben

Nach einem Bericht über eine Kleiderspende von Simbabwes First Lady Grace Mugabe, zu der auch gebrauchte Unterwäsche gehört haben soll, hat die Polizei den Journalisten Kenneth Nyangani festgenommen. Dem Mitarbeiter der unabhängigen Zeitung "NewsDay" drohe eine Strafanzeige wegen Verleumdung, teilte die Organisation Simbabwische Anwälte für Menschenrechte (ZLHR) am Dienstag mit.

"NewsDay" hatte am Montag über eine Spendenaktion eines Abgeordneten der regierenden Zanu-PF, Esau Mupfumi, berichtet. Demnach verteilte Mupfumi Altkleider an Parteianhänger und erklärte dabei, die gespendeten Kleider stammten von der 52-jährigen Gattin von Präsident Robert Mugabe persönlich. "Ich habe auch Unterhosen für euch, mir wurde gesagt, dass eure eigenen in keinem guten Zustand sind, also kommt bitte und holt euch euren Anteil", zitierte das Blatt den Abgeordneten.

Angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Simbabwe können sich viele Menschen dort keine neuen Kleider leisten und greifen deshalb zunehmend auf Altkleider zurück. Die meisten gebrauchten Kleidungsstücke, darunter auch Unterwäsche, stammen aus westlichen Nationen und werden über Mosambik nach Simbabwe importiert. Dort war der Verkauf gebrauchter Kleidung ursprünglich verboten, doch wurde das Verbot vor zwei Jahren aufgehoben.

Amnesty International sprach von einer Einschüchterungskampagne gegen unabhängige Journalisten und forderte die bedingungslose Freilassung Nyanganis.