Ärger um Auswechslung: Heynckes' Ansage an Lewy

Florian Plettenberg, Marcel Bohnensteffen

Aufregung um Robert Lewandowski und seine Auswechslung beim 3:1 in Köln.

Es läuft die 77. Minute, als Trainer Jupp Heynckes seinen Stürmer für Sandro Wagner auswechseln will.

Der Pole, der zuvor beim 2:1 seinen 29. Saisontreffer erzielt hat, schlendert aufreizend langsam vom Feld. Wagner klatscht er ab, Co-Trainer Peter Hermann auch. 

Aber Heynckes, den lässt Lewandowski einfach stehen. Der Bayern-Coach will seine rechte Hand zum Abklatschen aus der Hosentasche holen. Doch Lewandowski würdigt ihn keines Blickes.

Eine Aktion, die Heynckes verärgert. 

Heynckes sauer auf Lewandowski

Mit erhobenem Zeigefinger richtet der Trainer deutliche Worte an seinen Spieler.

Auf der Pressekonferenz erklärt Heynckes seinen Zorn in dieser Szene. "Die Auswechslungen beim FC Bayern nimmt immer noch der Trainer vor – und das bin ich. Der Boss bin ich und sonst keiner." 

Eine klare Ansage an Lewandowski. 


Was ist los mit Bayerns Torjäger?

Der Verdruss über weniger Einsatzzeiten und häufigere Auswechslungen kann es nicht sein. Lewandowski selbst hatte sich im Winter für die Verpflichtung eines Backups stark gemacht. 

Will Lewandowski seinen Abgang provozieren?

Dennoch macht er seit Wochen einen schlecht gelaunten Eindruck. Die schwache Leistung in der Champions League, seine fragwürdige Körpersprache, dazu die anhaltenden Gerüchte um einen Wechsel zu Real Madrid: Will Lewandowski seinen Abgang provozieren?

Nach SPORT1-Informationen tätigt Real im Sommer am ehesten dann einen Top-Transfer, wenn es nichts wird mit dem Gewinn der Champions League. Die Königlichen würden die Saison dann ohne jeden Titel beenden. 

Für einen solchen Fall könnte ein neuer Star die Fans versöhnlich stimmen. Ob einer oder mehrere, das wird sich zeigen. Jedenfalls ist Lewandowski ein Kandidat, der auch in Madrid immer wieder gehandelt wird.

Bei Bayern ist der Stürmer Topverdiener. 15 Millionen Euro soll er jährlich verdienen. Allerdings läuft sein Vertrag bis 2021. Klubboss Karl-Heinz Rummenigge hat erst neulich betont, dass Lewandowski auf jeden Fall auch kommende Saison in München spielen werde. 

Die Frage ist: mit welcher Einstellung?

Mats Hummels machte bei seinem Teamkollegen "Nachwirkungen von Madrid" aus. "Vielleicht war er unzufrieden, er ist sehr ehrgeizig", sagte er bei Sky, schob aber gleich hinterher, dass sein Trainer ein solches Verhalten normalerweise nicht dulde. 


Wirklich nachtragend war Heynckes dann aber nicht: "Lewy hat es später eingesehen. Wir Torjäger sind egoistisch und denken an die Torquote. Im Nachhinein kann ich das nachvollziehen", sagte er. "Aber im Moment der Auswechslung habe ich nicht ganz so lustig reagiert."