Ärger in der Labour-Partei: Britischer Schattenminister wirft hin

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BRIGHTON (dpa-AFX) - Der britische Oppositionschef Keir Starmer hat beim Labour-Parteitag einen Rückschlag bei seinen Bemühungen um Einigkeit einstecken müssen. Sein Schattenminister für Arbeitnehmerrechte, Andy McDonald, legte am Montag sein Amt nieder und erhob schwere Vorwürfe gegen den Parteichef. "Nach 18 Monaten deiner Führung ist die Partei so tief gespalten wie nie zuvor", schrieb Andy McDonald in einem öffentlichen Brief an Starmer. Auslöser sei ein Streit über die Pläne für einen landesweiten Mindestlohn gewesen, so McDonald.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen dem linken Flügel der Partei, der noch immer Ex-Parteichef Jeremy Corbyn nachtrauert, und Starmer, der die britischen Sozialdemokraten wieder stärker in die politische Mitte manövrieren will.

Starmer hatte mehrere wichtige Figuren des linken Flügels aus seinem Führungsteam verbannt. Corbyn warf er wegen relativierender Äußerungen zu Antisemitismus in der Partei sogar dauerhaft aus der Fraktion. Doch bislang gelingt es ihm nicht, in den Umfragen gegen Premierminister Boris Johnson von den Konservativen zu punkten. Seine Führungsrolle wird daher immer wieder innerhalb der eigenen Partei infrage gestellt.

In einer Reaktion auf den Rücktritt dankte Starmer McDonald für sein Engagement im Schattenkabinett und fügte hinzu, sein Ziel und das der gesamten Partei sei es, die nächste Parlamentswahl zu gewinnen. Der Labour-Parteitag in der südenglischen Küstenstadt Brighton soll noch bis Mittwoch andauern.

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