Ältester Sternhöhenmesser in Wrack vor Küste des Oman gefunden

Vor Oman entdeckter Sternhöhenmesser

Der Fund eines Wracktauchers hat sich als ältester erhaltener Sternhöhenmesser entpuppt. Wissenschaftler der britischen Warwick University hätten bestätigt, dass es sich bei der von ihm entdeckten Bronzescheibe um ein zwischen 1496 und 1500 gefertigtes Astrolabium handele, sagte der professionelle Wracktaucher David Mearns am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Damit sei sein Fund etwa 30 Jahre älter als der bislang älteste bekannte Sternhöhenmesser.

Mearns hatte das Instrument bereits im Jahr 2014 in einem Schiffswrack vor der Küste des Oman gefunden. "Ich wusste sofort, als ich es sah, dass dies ein sehr, sehr wichtiges Objekt ist", sagte der aus den USA stammende Taucher. Die Warwick University legte aber erst vor kurzem die Ergebnisse ihrer Laserscan-Untersuchung des Astrolabiums vor.

"Es war fantastisch, unsere 3-D-Scannertechnologie bei solch einem aufregenden Projekt anzuwenden und bei der Identifizierung eines solch seltenen und faszinierenden Gegenstands zu helfen", erklärte der beteiligte Wissenschaftler Mark Williams. Das Bronzeobjekt mit einem Durchmesser von 17,5 Zentimetern wies Kerben auf, mit denen der Stand der Sonne ermittelt wurde.

Sternhöhenmesser werden seit dem Altertum verwendet. Für die Seefahrt entwickelten portugiesische Seefahrer Astrolabien, mit denen anhand der Höhe der Sonne oder Sterne des Breitengrads eines Schiffs im Meer errechnet werden konnte.

Mearns' in Großbritannien ansässige Firma Blue Water Recoveries hatte das Schiffswrack vor Oman 1998 entdeckt. Seine Erforschung konnte aber erst nach einer Einigung mit dem Kulturministerium des Sultanats im Jahr 2013 erfolgen. Mearns geht davon aus, dass es sich bei dem Schiffswrack um die "Esmaralda" handelt, die an der zweiten Expedition von Vasco da Gama nach Indien von 1502 bis 1503 beteiligt war.

Da Gama war 1498 der erste Europäer, der Indien auf dem Seeweg erreichte. Seine Entdeckung ermöglichte den Handel mit Asien, aber auch dessen Kolonialisierung.