Ägyptischer Jurist und Menschenrechtler Saree erhält Martin-Ennals-Preis

Menschenrechtsaktivist und Jurist Mohamed Saree

Der Martin-Ennals-Preis, der als eine Art "Nobelpreis für Menschenrechte" gilt, geht in diesem Jahr an den ägyptischen Juristen Mohamed Saree. Der Büroleiter am Kairoer Instituts für Menschenrechts-Studien (CIHRS) erhielt die am Dienstag in Genf verliehene Auszeichnung in Abwesenheit, da er Ägypten seit Mai 2016 nicht verlassen darf - gegen den Menschenrechtsaktivisten läuft ein Verfahren, bei dem ihm eine lebenslange Haftstrafe droht.

Die Mittel des CIHRS wurden eingefroren, das Institut ist mittlerweile nach Tunis umgezogen. Saree prangert Gesetze an, welche die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in Ägypten einschränken. Dafür erhält er immer wieder Todesdrohungen.

Der Jury-Vorsitzende Hans Thoolen, Gründer des Martin-Ennals-Preises, bezeichnete Sarees Handeln als "heldenhaft". Der Aktivist halte "ganz allein die Stellung, obwohl die Lage der Menschenrechte in seiner Umgebung sich immer weiter auflöst".

CIHRS-Direktor Bahej El Din Hassan nahm die Auszeichnung für Saree entgegen. Er hoffe, der Preis sei "eine Nachricht, ein Weckruf" für den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi, sagte Hassan. Er bezeichnete die Lage der Menschenrechte in Ägypten schlimmer als zu Zeiten des langjährigen Machthabers Husni Mubarak, der 2011 gestürzt wurde.

Der Martin-Ennals-Preis, der nach einem früheren Generalsekretär von Amnesty International benannt ist, wird seit 1993 vergeben. Die Preisträger werden von einer Jury ausgewählt, deren Mitglieder von führenden Menschenrechtsorganisationen ernannt werden. Im vergangenen Jahr war der uigurische Aktivist und Intellektuelle Ilham Tohti ausgezeichnet worden.