Ägyptische Kopten feiern unter strengen Sicherheitsvorkehrungen Heiligabend

Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen haben die Kopten in Ägypten am Samstag Heiligabend gefeiert. Staatschef Abdel Fattah al-Sisi hielt eine kurze Weihnachtsansprache

Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen haben die Kopten in Ägypten am Samstag Heiligabend gefeiert. Der koptische Papst Tawadros II. zelebrierte die Messe am Samstag in einer neuen Kathedrale in Ägyptens im Bau befindlicher neuer Hauptstadt östlich von Kairo. Rundherum hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen Absperrungen errichtet. Auch bei den anderen Kirchen in dem überwiegend muslimischen Land wurden vor den Feiertagen die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Die Kopten feiern Weihnachten wie andere orthodoxe Christen erst dieses Wochenende. Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi sagte in einer kurzen Weihnachtsansprache vor der Messe, diese neue Kathedrale sei "eine Botschaft an die Welt, eine Botschaft des Friedens und eine Botschaft der Liebe". Er wünschte den Kopten frohe Weihnachten und sicherte ihnen seine Solidarität zu.

"Ihr seid unsere Familie, Ihr gehört zu uns, wir sind eins und niemand wird uns auseinander bringen", versicherte al-Sisi. Seine Regierung werde die Dschihadisten, die immer wieder auch Anschläge auf Ägyptens christliche Minderheit begehen, besiegen.

Seit 2016 wurden bei mehreren Anschlägen auf die ägyptischen Kopten mehr als hundert Menschen getötet. Allein Anfang April starben bei Anschlägen in Alexandria sowie in Tanta nördlich von Kairo 45 Menschen. Zu beiden Taten bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Vergangene Woche tötete ein Angreifer an einer koptischen Kirche im Bezirk Helwan südlich von Kairo neun Menschen. Auch diese Tat reklamierte der IS für sich.

Der IS wirft der größten christlichen Gemeinde im Nahen Osten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben. Der koptischen Minderheit gehören zehn Prozent der 93 Millionen Ägypter an.